Überraschung !

Über welche Weihnachtsgeschenke freuen Sie sich eigentlich besonders? Vielleicht über die, die Sie sich vorher schon ganz genau ausgesucht und bei ihren Lieben „bestellt“ haben, damit alles ganz genau Ihren Vorstellungen entspricht?
Oder lassen Sie sich am liebsten komplett überraschen von dem, was andere sich für Sie ausgedacht haben?
Weihnachten ist ein Fest, das sich zwischen diesen beiden Polen von eigenen Vorstellungen und Überraschungen bewegt – und das nicht nur im Blick auf die Geschenke, das Essen, die Traditionen, Lieder, Gottesdienste, … Als Jesus geboren wurde, hat davon kaum jemand Notiz genommen, außer seiner Familie, ein paar Hirten und einigen Sterndeutern aus dem Ausland. Und das hatte wohl damit zu tun, dass die meisten Menschen sehr mit ihren eigenen Vorstellungen beschäftigt waren. So beschäftigt, dass sie gar nicht mitbekommen haben, wie Gott sie überrascht. Kein Wunder, denn wer in einem Land lebt, das seit Jahrhunderten von feindlichen Mächten besetzt wird, der ist mit seinem Alltag hinreichend beschäftigt. Er versucht, den eigenen Lebensunterhalt zu sichern, für die Familie da zu sein und nicht mit den Besatzungsmächten in Konflikt zu geraten. Doch immer wieder steigt auch der Frust in ihm hoch: „Wann greift Gott endlich ein und befreit uns? Er müsste doch jetzt endlich mal so richtig aufräumen!“
Wir Christen glauben, dass Gott an Weihnachten tatsächlich eingegriffen hat. In diesem Jesuskind ist er selbst auf diese Welt gekommen. Und er hat angefangen „aufzuräumen“, die Welt zu verändern, obwohl er dazu keine militärische Macht gebraucht und die Römer nicht aus dem Land geworfen hat. Er hat Größeres vor. Er will diese Welt verwandeln in „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (vgl. Offenbarung 21). Und er will bei jeder und jedem von uns damit anfangen. Die Mächte, die unser Leben einschränken, sind deshalb nicht einfach weg – noch nicht. Aber ihre Tage sind gezählt, sie haben schon verloren. Gott ist da, um uns Freiheit zu schenken und unser Leben neu zu machen.
Ich wünsche Ihnen, dass Gott Sie und Ihre Lieben an diesem Weihnachtsfest damit ganz neu überrascht.

Ihr Pfarrer Johannes Meisinger

Gemeindebrief Dezember 2022 / Januar 2023

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