Der Gemeindebrief – Weihnacht

Gemeindebrief Dezember / Januar 2020/2021

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.“
Mit diesen Worten beginnt der Evangelist Lukas seine Weihnachtsgeschichte. Er erzählt, wie sich Josef mit seiner Verlobten Maria auf den Weg nach Bethlehem macht, um sich dort in die Steuerlisten eintragen zu lassen, so wie es der Kaiser im fernen Rom vorgeschrieben hat.
Maria muss diese Reise antreten, obwohl sie hochschwanger ist. Und so geschieht es, dass mitten auf der Reise, im fremden Städtchen Bethlehem, ihr Kind zur Welt kommt. Das hatten sich die beiden sicher anders vorgestellt.
Auch wir haben uns dieses Jahr anders vorgestellt, vor allem die (Vor-) Weihnachtszeit. Oder hätten Sie sich im Januar 2020 auch nur im Entferntesten träumen lassen, wie sehr unser Leben durch ein Virus verändert werden würde? Wohl kaum. Die Nachrichten sind voll vom „großen C“ – so nennen manche das CoronaVirus, weil sie das Wort schon nicht mehr hören können.
Selbst diese Andacht im Gemeindebrief kann nicht frei davon bleiben. Klar, denn wir können ja die Wirklichkeit um uns herum nicht einfach ausblenden, Glaube muss mitten im Leben stattfinden mit all seinen Freuden und Widrigkeiten. Vor 2000 Jahren hat wahrscheinlich die große Volkszählung des Kaisers Augustus die Nachrichten bestimmt. Jede/r musste dem Gebot des Kaisers Folge leisten. Doch mitten in dieser kaiserlich angeordneten Maßnahme beginnt Gottes große, Welt verändernde Rettungsaktion.
Quasi unbemerkt von der Öffentlichkeit wird in Bethlehem Jesus geboren, der Retter der Welt. Immer noch hören wir diese Geschichte, immer noch taucht der Kaiser Augustus darin auf. Damals war er wohl der mächtigste Mensch der Welt. Ist es nicht grandios (und sehr amüsant!), wie Gott die kaiserliche Anordnung nutzt, um sein Ziel durchzusetzen?
Gott ist in Jesus auf diese Welt gekommen, weil er uns Menschen nahe sein will. Er will diese Welt und unser Leben verändern, zum Guten wenden. Daran hat sich nichts geändert. Dabei ist es egal, ob eine Volkszählung oder das „große C“ die Nachrichten bestimmt. Es spielt keine Rolle, ob behördliche Maßnahmen von einem Kaiser Augustus erlassen werden oder von der deutschen Bundes oder der Bayerischen Staatsregierung.
Gott verfolgt nur ein Ziel: er will uns begegnen und unser Leben verändern. Dass Sie das in dieser Weihnachtszeit erleben dürfen, wünschen wir Ihnen von ganzem Herzen!

Ihre Pfr. Johannes Meisinger
Pfrin. Ulrike Weeger
Vikarin Natascha Kreß
Diakon Gerhard Landes

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